Der Vogel des Monsieur Prévert
Nr. 1) Familienvorstellung
Nr. 2) Abendvorstellung
Leichtfüßiger Poesiekampf
Frei nach dem Gedicht "Wie man einen Vogel malt" des französischen Dichters Jacques Prévert entsteht ein bunter Reigen aus zauberhaften Bildern und kuriosen Situationen, die den Zuschauer mit auf eine Reise in die Tiefen der Fantasie nehmen. In einer Mischung aus Pantomime, Jahrmarktstreiben und Bühnenpoesie entsteht ein leichtfüßiges Stück, das aber durchaus auch Fragen aufwirft. Was ist Kunst eigentlich? Kann Kunst sterben? Lebt ein Künstler durch seine Werke ewig weiter? Die Antworten muss dann aber doch jeder für sich allein herausfinden, wenn er in die skurril-poetische Stimmung des Stückes abtaucht.
Neue Potsdamer Nachrichten
Poetischer Vogelfänger
Auf den Stühlen liegen Papiertaschentücher. Für den Fall, dass jemand weinen muss? Falls sich einer
verkühlt hat und nun mit einem dicken Schnupfen im Theater sitzt? Aber nein, man reißt ein Loch in das
Taschentuch – schon ist es ein gieriges, großes Maul, das die Zähne fletscht. In der Mitte wird das
Tuch geschnürt – und siehe da! Eine Blüte entsteht. Einen Atemhauch darauf geblasen – und schon
flattert ein Vogel davon. Mit etwas Geschick lässt sich aus schnöden Tempotaschentüchern sogar ein
ganzer Theaterabend gestalten.
Es ist ein bisschen Jahrmarktstreiben, ein wenig Poesie und viel Fantasie im Spiel. Es entstehen hübsche Bilder und
werden kuriose Momente assoziiert.
Das versponnene wie komische Spiel passt bestens zu Préverts ganz eigener Vorstellungswelt. "Warte bis der Vogel
in den Käfig schlüpft" heißt es bei ihm, "und wenn er hineingeschlüpft ist, schließe mit
dem Pinsel leise die Tür."
Stuttgarter Zeitung
Leicht wie ein Vogel, nicht wie eine Feder
Jacques Prévert ist in Frankreich populär, hierzulande sind seine Gedichte weniger verbreitet, eher bekannt sind die Filme, für die er Drehbücher schrieb: "Hafen im Nebel", "Die Kinder des Olymp" oder "Der Glöckner von Notre Dame". Im neuen Stück der HÖR- und Schaubühne zeigt sich, dass es sich lohnen kann, den Gedichten Préverts mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Vordergründig leicht verständlich, eröffnen sie eine surrealistische Welt der Fantasie und der Vieldeutigkeit. Eines davon – "Wie man einen Vogel malt" – haben sich Suzan Smadi und Sascha Bufe als Vorlage genommen.
(...) "Es gilt, leicht zu sein, wie ein Vogel, nicht wie eine Feder", hatte Paul Valéry einst gesagt.
Es ist genau diese Leichtigkeit, von der uns der Vogel des Monsieur Prévert in diesem wunderbaren Stück voller Fantasie und Poesie erzählt.
C. Holl, freier Journalist Stuttgart