Die 

 HÖR- und SCHAUbühne

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Heimat.Museum


Nr. 1) Trailer Premiere


Nr. 2) Trailer Ritual im Foyer und Puppen

"Im Figurentheater FITZ denkt das Stück "Heimat.Museum" augenzwinkernd über Masuren nach
Woran erinnert sich der Mensch, wenn er an Heimat denkt? Beim Autor Siegfried Lenz sind es die einstigen Bewohner Masurens, wie er sie in seinem Buch "So zärtlich war Suleyken" beschreibt. Ländliche Charaktere "von blitzhafter Schläue, tapsiger Zärtlichkeit, rührender Geduld, unterschwelliger Intelligenz, die sich allen Beurteilungen entzieht." In einer bezaubernd verspielten Solo-Show (Regie: Christine Bossert) belebt Suzan Smadi Lenz' Romanfiguren. Die Künstlerin Veronika Nadj hat Prototypen seiner Helden als Stabfiguren auf Holzgestelle gebannt. Suzan Smadi ordnet sie zu immer neuen Erzählräumen und Spielszenen, begleitet durch illustrierende Kompositionen von Andrew Zbik: Waldvogelkonzerte, Kindergeschrei, Zirkusmusik und Fanfarenstöße.
Als Erzählerin, Figurenspielerin und Schauspielerin belebt Suzan Smadi nicht nur schlitzohrige Bauern und schüchterne Mädchen, sondern eröffnet auch einen Dialog mit einem Lauch in der Hand. Sie ordnet Tiere auf der Bühne, die nie zu sehen sind, vom Zuschauer aber durch die magische Kraft des Spiels wahrgenommen werden. Ganz real ist Pani Prons, ein prachtvoller 28-Ender. Jagdhornklänge verstärken, was Smadi mit lässig übergeworfenem Bettlaken und zwei dürren Ästen auf dem Kopf suggeriert: Die Hatz des Jägers auf den Edelhirsch beginnt. Doch auch in dieser Szene zeigt sich, was ein echter Masure ist. Suzan Smadi führt zwei winzige Figürchen unter einem Läppchen zu einem Brokkoli (der großen Eiche) und täuscht die Sinneswahrnehmungen des Jägers. Viehmarkt und Eheanbahnung, fahrender Zirkus und Dorfklatsch: Smadi ist eine köstliche Komödiantin. In rasantem Tempo erzählt sie von einer Witwe, die auch nach dem Tod ihres Gatten prachtvolle Kinder in die Welt setzt. Als Zwiebeln leben sie rund um einen Tontopf. Eine fröhliche Schar, ausgegrenzt vom Rest des Dorfes - Masuren ist überall. Das Premierenpublikum war restlos begeistert."
Stuttgarter Zeitung, 30.4.2019


Die tapsige Zärtlichkeit der Masuren

"Mit der poetischen Totenbeschwörung einer untergegangenen Kulturlandschaft faszinierte die Schauspielerin Suzan Smadi in der Alten Kelter. Im fantastischen Figurentheaterstück "Heimat.Museum" erweckte sie nach Geschichten aus Siegfried Lenz' "So zärtlich war Suleyken" die liebenswert abgehängte Eigenart der einstigen Bevölkerung Masurens. Ein zutiefst berührendes Requiem.

"Ich könnte euch erzählen.." sagt die Figurenspielerin Suzan Smadi einmal andeutungsvoll. Das heißt, es gäbe da noch viel mehr zu sagen, als sie eh schon tut.

Und das ist nicht wenig in den fünf Geschichten, mit denen sie da die Eigenarten ihrer Protagonisten aus dem realen Traumort Suleyken in Masuren zum Erscheinen bringt - mit Puppenspiel. Als karges bäuerliches Ambiente ist das Bühnenbild gestaltet. Im Zentrum ein großer Sauerkrauttopf. Und dann eben einige Stabpuppen (Veronika Nadj): die Bauern Plew und Jegelka, der Flussfischer Valentin Zoppek oder die Witwe Jadwiga Plock. Herrchens und Onkelchens sind viele darunter. Alle scheinen irgendwie miteinander verwandt oder verfeindet zu sein. So behutsam wie beherzt erzählt Suzan Smadi im Bauernrock die drolligsten Geschichten in den urtümlich verdrehten Satzstellungen und Verniedlichungen der Masuren. Dazu ertönt im Hintergrund ein geradezu vitalistisches Lärmchen aus masurischem Vogelgezwitscher, Muhen, Gackern und fröhlichem Fröschequaken. Und ach, wie stolz präsentiert die Bäuerin dazu ihr "Gemüse von unseren Felderchen."

Und dann die Geschichten! Etwas über den Tag, als Anita Schiebukats Wanderbühne ins Ortschäftchen zu kommen sich die Ehre gibt. Ein glattes Desasterchen, wie sich herausstellen wird, als ein "halbnackter" Messerwerfer seinen Auftritt hat. "Dieser Mensch schmiss seine Messer nach Anita Schiebukat und die Suleyker Gesellschaft stöhnte vor Entsetzen." Der Flussfischer Valentin Zoppek kann's nicht mehr mit ansehen, schreitet ein und sagt: "Bei uns wird nicht mit Messern auf Menschen geworfen. Hab' ich richtig gesprochen?" Und "Richtig" murmelt die Suleyker Gesellschaft. Nicht viel besser geht es dann dem Zauberer, der einen Hasen aus dem Wams des Onkelchens Stanislaw Griegull hervorzieht. Der will das Häschen partout als sein Eigentum betrachten. Und wir hören: "Wie übrigens später zu erfahren war, ist danach lange Zeit kein Zirkus mehr in unser Dorf gekommen - wie man wissen wollte, aus Furcht vor dem allzu aufgeklärten Publikum."

Unheimlich die Geschichte von der "Sache mit dem Impfen". Sozusagen eine obrigkeitliche Hygienemaßnahme bei der Witwe Jadwiga Plock mit ihren 16 Kinderchen. "Einiges saß auf den Stühlen, anderes auf dem Tisch oder auf dem Ofen, das meiste natürlich bewegte sich auf dem Fußboden." Nach den Impfungen und der Vorgabe endlich aus Tellern und mit Messer und Gabel zu essen, bricht das Siechtum aus. Erst als wieder aus dem auf den Boden gestellten großen Topf Kohl gegessen wird, erholen sich die Kinder.

Am Ende der Geschichten deckt Suzan Smadi wieder behutsam ihre Puppen zu. So zärtlich war Suleyken."
Winnender Zeitung


17.September 1939

"Im Süden Ostpreußens, zwischen Torfmooren und sandiger Öde, zwischen verborgenen Seen und Kiefernwäldern waren wir Masuren zu Hause - eine Mischung aus pruzzischen Elementen und polnischen, aus brandenburgischen und russischen. Meine Heimat lag sozusagen im Rücken der Geschichte."

So Siegfried Lenz in einer Nachbemerkung zu seinen 1955 erschienenen Erzählungen "So zärtlich war Suleyken".

1939 war es dann aus mit der Lage im Rücken der Geschichte, als am 1.September von Westen die deutsche Wehrmacht in Polen einfiel und nach den Verabredungen des Hitler-Stalin-Pakts am 17.September die sowjetisch-russische Armee von Osten her ihren Beuteanteil Polens in Besitz nahm.
Das war der Anfang vom Ende der Juden in Polen. Der Anfang der Unterwerfung und Zerstörung Polens und der zielstrebigen Liquidierung vor allem auch seiner Oberschicht. Die Schönheit der masurischen Erzählungen von Siegfried Lenz haben zum Hintergrund das Verschwinden ihres Personals.



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